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Immer schon fungierten Schulen (auch) als Brenngläser gesellschaftlicher Umbrüche.

Die große Zahl an Erlässen im Spektrum zwischen Umweltbildung, interkultureller Bildung, Sexualaufklärung und „gesunder Ernährung“ verdeutlicht diese Praxis, dass gesellschaftliche und erzieherische „Baustellen“ an Schulen und damit vor allem an Lehrer*innen delegiert werden.

Pointiert formuliert dienen Schulen als „Reparaturwerkstätten“ ungelöster gesellschaftlicher Herausforderungen und müssen regelmäßig die Grenzen ihres Aufgabenbereichs überschreiten.

Der deutsche Pädagoge und Psychiater Rainer Winkel hat schon in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts sehr treffend auf die vielfältigen, aus der großen Zahl unterschiedlicher gesellschaftlicher Erwartungen und Herausforderungen resultierenden, komplexen Anforderungen an den Lehrberuf hingewiesen, weil sich Lehrer*innen neben der Funktion als Wissensvermittler und Lern-Coaches (Lehren und Lernen) in einem Gestrüpp unterschiedlicher Anforderungen und Aufgaben zurechtfinden müssen – lt. R. Winkel sind Lehrer*innen (auch) Beziehungsspezialisten, Erzieher und (Familien)Berater, Sozialpädagogen, Freizeitanimateure und Chancenverteiler, Therapeuten und vieles mehr.

Erfreulicherweise gibt es bereits anerkannte und etablierte Unterstützungs-Strukturen wie den schulpsychologischen Dienst, in dem Psychologen*innen vielfältige Angebote unterbreiten – das Spektrum reicht von diagnostischen Tests bis zu Interventionen und Hilfestellungen bei „Problem-Schüler*innen“.

Die Initiative Jede Stunde zählt positioniert sich als ergänzendes Unterstützungsangebot zu den bestehenden Einrichtungen wie dem schulpsychologischen Dienst.

Es wendet sich an Lehrer*innen, die Gespräche mit Psychotherapeut*innen in Ausbildung unter Supervision als hilfreich erachten, nicht zuletzt deshalb, weil diese

dass „Biotop“ Schule und Klassenzimmer aus eigener Erfahrung eventuell als Lehrer*innen und/oder als ehemalige Schüler*innen – gewissermaßen aus einer Innenperspektive – kennen

und darüber hinaus über eine therapeutische Qualifikation verfügen.